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BSJ   Ein Traum wurde wahr – Seubelsdorf im Finale!
22.05.2011 von Klaus Steffan

Am Samstag, dem 21. Mai 2011, fand in Erlangen das Halbfinale der diesjährigen Bayerischen Mannschaftsmeisterschaft der Altersklasse U12 im Turnierschach statt. Dabei kämpften Mannschaften aus Erlangen, Regensburg, Stetten und Seubelsdorf um die beiden Qualifikationsplätze für das bayerische Finale.
Das Team mit den Spielern Adrian Wichmann, Verena Kolb, Sebastian Werner und Daniel Wiemann, trainiert von Matthias Bergmann und Hans Richter, war der nominelle Außenseiter im Halbfinale, denn die Konkurrenten aus Mittelfranken, Unterfranken und der Oberpfalz konnten Wertungszahlen vorweisen, die um hunderte Punkte über dem Durchschnitt des oberfränkischen Teams lagen. Adrian Wichmann, Verena Kolb und Sebastian Werner konnten nach ihren oberfränkischen Meistertiteln jedoch vor einem Monat wertvolle Erfahrungen bei der bayerischen Einzelmeisterschaft sammeln und der jüngste im Team, Daniel Wiemann, ist regelmäßig auf Schnellschachturnieren in ganz Deutschland aktiv.
In der ersten Runde traf der SV Seubelsdorf nun im Halbfinale auf den unterfränkischen Verein Spvgg Stetten, der das Viertelfinale souverän vor Seubelsdorf gewonnen hatte. In dieser Neuauflage der Viertelfinalbegegnung gelang Seubelsdorf dabei ein 3:1-Sieg, nachdem diese Partie im Viertelfinale noch 2:2 ausgegangen war. Gleichzeitig gewann der große Favorit Erlangen gegen Regensburg mit 3:1, so dass Seubelsdorf und Erlangen ein Start nach Maß gelang und die beiden anderen Mannschaften bereits unter Druck standen.
In der zweiten Runde bekam es der SV Seubelsdorf dann mit Bavaria Regensburg zu tun. Die Oberpfälzer hatten nominell die zweitstärkste Mannschaft im Halbfinale. Sebastian Werner verlor an Brett 3 zunächst gegen Georg Dechant, Adrian Wichmann und Cedric Oberhofer trennten sich an Brett 1 dann remis, womit Regensburg nun mit 1,5:0,5 in Führung lag. Daniel Wiemann an Brett 4 war jedoch in Topverfassung und gewann gegen Moritz Schöpke, so dass das Duell nun wieder remis stand (1,5:1,5). Der vierten Partie zwischen den beiden Mädchen Verena Kolb und Marie Oberhofer kam nun bereits entscheidende Bedeutung zu, denn ein Sieg für Seubelsdorf hätte bereits den vorzeitigen Einzug ins bayerische Finale zur Folge gehabt. Die Oberpfälzerin geriet dabei in Zeitnot, ihre Bedenkzeit war fast abgelaufen und Seubelsdorf wähnte sich schon fast im Finale. Dann kam es jedoch zu einem technischen Remis, da zwar die Zeit ihrer Gegnerin abgelaufen war, Verena besaß jedoch nicht mehr genug Material zum Mattsetzen, so dass der Schiedsrichter diese Partie remis erklärte und somit auch die gesamte Runde gegen Regensburg 2:2 unentschieden ausging. Erlangen gewann gleichzeitig gegen Stetten mit 3,5: 0,5 und stand damit bereits als erste Mannschaft im Finale, Stetten war nach 2 Niederlagen bereits vorzeitig gescheitert.
Die 3. Runde musste also entscheiden. Im Kampf gegen Erlangen unterlag zunächst Verena Kolb gegen Kaderspieler Kevin Tong, Daniel Wiemann gewann jedoch erneut an Brett 4, diesmal gegen Kai Tschammer. In der parallel laufenden Partie Regensburg gegen Stetten hatte Regensburg bereits eine Partie verloren, so dass Seubelsdorf nun nur noch einen halben Brettpunkt zum Einzug in das Finale benötigte. Der bayerische Kaderspieler Adrian Wichmann traf dabei am Spitzenbrett eins auf den Vizeeuropameister und Nummer 3 der deutschen U12-Rangliste Florian Dürr. Adrian konnte dabei alle Angriffe des Spitzenspielers abwehren, so dass Florian Dürr nach 90-minütigem Kampf in völlig ausgeglichener Stellung Remis anbieten musste. Dieses Unentschieden bedeutete bereits den sensationellen Einzug des SV Seubelsdorf in das Finale der bayerischen Meisterschaft, in dem Seubelsdorf neben Erlangen auf die beiden Vertreter der Südgruppe Windach und Gräfelfing treffen wird. Die Niederlage von Sebastian Werner gegen Simon Wegmann, ebenfall Kadermitglied, besaß somit nur noch statistischen Wert. Regensburg unterlag gegen Stetten sogar noch mit 1,5 zu 2,5 und wurde hinter Stetten nur Vierter.
Der SV Seubelsdorf jedoch zieht ins Finale am 16. Juli ein und feiert einen historischen Erfolg. Von den ursprünglich 35 teilnehmenden Mannschaften, darunter große Vereine wie Noris Tarrasch Nürnberg und München Südost, gehört der Verein nun zu den besten vier in Bayern.

Trainer Matthias Bergmann, Oberstudienrat am Meranier-Gymnasium Lichtenfels, wird die Mannschaft auf das Finale vorbereiten, denn auch dort wird Seubelsdorf seinen Konkurrenten nichts schenken, denn es geht um 2 Plätze für die Deutsche Vereinsmeisterschaft.
V.i.S.d.P. Jörg Wichmann
Links: http://www.bayerische-schachjugend.de/


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