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DSJ   Dritter Platz bei der „Deutschen“ in der U9
14.06.2011 von Klaus Wiemann


Oberhof/Thüringen:

Neugierig und zugleich angespannt und freudestrahlend nahmen die Geschwister Daniel und Vanessa Wiemann zum ersten Mal beim begleitenden „Kika“-Turnier (Kinder können´s auch) der Deutschen Schachjugend im Rahmen der Deutschen Einzelmeisterschaft im Turnierschach in Oberhof/Thüringen teil und vertraten die Farben Oberfrankens.

Startberechtigt waren in dieser mit 34 Teilnehmern besetzten U9-Gruppe alle Kinder aus ganz Deutschland der Jahrgänge 2002 und jünger, die sich nicht zu den offiziellen Einzelmeisterschaften der höheren Klassen über die Landesverbände qualifiziert haben.
„Einmal auf der Deutschen spielen, das ist unser größter Wunsch!“, darin sind sich die Geschwister einig und teilen damit wohl den ganz großen Traum jeden Kindes in welcher Sportart auch immer.

Gespielt wurde vor prächtiger Kulisse und Atmosphäre im Treff Hotel Panorama in Oberhof bzw. im Haus des Gastes (KiKa). 7 Runden Schnellschach im Schweizer System mit je 30 Minuten Bedenkzeit pro Spieler wurden für den Nachwuchs auf drei Tage am Pfingstwochenende verteilt. Zwischen den Partien und an den Abenden kam nie Langeweile auf, hierzu war das Rahmenprogramm des Veranstalters viel zu spannend und unterhaltsam.
Besonders natürlich das Duell der beiden Großmeister Jan Gustafsson (2646 ELO) aus Deutschland und Laurant Fressinet (2677 ELO) aus Frankreich, welche quasi „zum Anfassen“ beim Spielen beobachtet werden konnten, vermittelte „magische Momente“.

Getrieben von dieser emotionalen Besonderheit und knisternden Turnier-Spannung begann für Daniel mit einem souveränen Sieg im Auftaktspiel die Meisterschaft perfekt. Umso härter dann am ersten Brett gegen den an Nummer eins gesetzten Alexander Feil von der Schachakademie Trier, der stattliche 1299 DWZ vorweisen konnte. Daniel ließ sich davon nicht sonderlich beeindrucken und brachte mit ausgezeichnetem Defensivspiel seinen Gegner in gehörige Zeitnot, wo diesem dann auch Fehler unterliefen und er sich schließlich nach Ablauf der Spielzeit geschlagen geben musste. Die erste große Überraschung beim Turnier. Angespornt vom Erfolg lief der Seubelsdorfer Vereinsspieler nun in Bestform auf und zeigte in den nächsten beiden Spielen sein ganzes Können. Hannah Päutz von den Schachfreunden Schöneck/Hessen war chancenlos, selbst Paul Dominik Gheng mit 1114 DWZ vom SC Leinfelden/Württemberg wurde besiegt. Somit stand Daniel am Ende des zweiten Spieltages mit 4 Siegen in 4 Partien verdient mit an der Spitze des sehr starken Feldes.

Der Tag 3 war an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten. Das fünfte Match ging gegen Niklas Preißler aus Niederwiesa/Sachsen (1119 DWZ) verloren, jedoch war noch alles möglich. Beim sechsten Match gegen Philipp Wolf aus Erfurt/Thüringen kämpfte sich Daniel zurück ins Rennen um den Titel. Leider verpasste er dann wegen 0,5 Buchholz das „echte Endspiel“ an Brett 1 und spielte im siebten Spiel an Brett 2 gegen Moritz Benedikt Langenhan aus Stadtilm/Thüringen, wo er sich mit einem Remis einen Platz auf dem Podest vorzeitig sicherte. Am ersten Brett hatte der bis dato ungeschlagene Sven-Erik Bolz vom SC Erlangen nun gegen Niklas Preißler den „Matchball“. Völlig überraschend verspielte er diesen und musste sich geschlagen geben, sodass der „fränkische Doppelsieg“ leider nicht hatte sein sollen. Gleich mit 6 Punkten und getrennt mit einer Buchholz-Wertung wurde Sven-Erik Zweiter gefolgt mit 5,5 Punkten von Daniel auf dem dritten Platz.

Die fünfjährige Vanessa als jüngste Teilnehmerin hatte natürlich einen ganz schweren Stand, jedoch brachte sie den einen oder anderen Gegner zumindest zeitweise gehörig ins Schwitzen und sammelte fleißig viele Erfahrungen in jeglicher Hinsicht.

„Allein die tolle Eröffnungsfeier mit dem Fahneneinzug aller Bundesländer war die Reise wert“, darin sind sich die beiden Nachwuchstalente vom Schachverein Seubelsdorf einig und lassen sie weiter höchst motiviert träumen von der Teilnahme und dem ersten Platz bei der „Deutschen“.

Vielleicht klappt es für den achtjährigen Daniel bereits am 17. Juli 2011 in Friedrichshofen/Ingolstadt, wo er als einer der „Top-Scorer“ mit bisher 7 Siegen in 9 Spielen an Brett 4 mit der Mannschaft U12 vom Schachverein Seubelsdorf im bayerischen Finale um die beiden Tickets für die Deutsche Vereinsmannschaftsmeisterschaft kämpfen darf. Hoffen wir das Beste, dass er seine aktuelle Form noch in den Juli hinein retten kann und sich sein Traum mit der Mannschaft verwirklicht.
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