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FIDE   Schachspielen an der Schwarzmeerküste
04.09.2014 von Klaus Wiemann

Vanessa Wiemann für Jugend-Europameisterschaft 2014 in Georgien qualifiziert



Batumi/Georgien:
Sie wird sicherlich eine der Jüngsten sein in ihrer neuen Altersklasse U10 Mädchen, in der sie noch ein weiteres Jahr spielen darf. Umso höher ist die erneute Qualifikation zur Jugend-Europameisterschaft durch Spielleistung bei großen Schachturnieren zu bewerten, welche sie mit Bravour in den letzten Wochen gemeistert hat. Sowohl beim internationalen ELO-Turnier in Frankfurt als auch im Nachbarland Frankreich hat sie die benötige Norm weit übertroffen und somit die Startberechtigung vom Deutschen Schachbund erhalten.
„Es wird eine weitere besondere Erfahrung für Vanessa werden, wenngleich man doch die Kirche im Dorf lassen muss und realistischer Weise den sportlichen Erfolg in Anbetracht ihres Alters eher untergeordnet bewerten sollte“, so ihr stolzer Vater Klaus Wiemann, der sie natürlich mit begleiten wird auf der großen Reise nach Georgien, dem „Balkon Europas“ zwischen dem Schwarzen Meer und dem großen Kaukasus. „Jeder halbe Punkt ist ein ganz besonderer auf europäischem Niveau, das sollte jedem bewusst sein“.
Die Trainingsmöglichkeiten und Förderung junger Schachtalente sind in vielen anderen Ländern vergleichsweise mit Deutschland erheblich besser, zumal diese Nationen neben den staatlichen Schulen auch finanzielle Unterstützung leisten, was hierzulande quasi nicht der Fall ist und alles auf Selbstkostenbasis finanziert werden muss, einschließlich solcher Reisen zu großen Turnieren. Somit ist jede Art von Unterstützung herzlich willkommen.
„Während in vielen Ländern Schach als Symbol für Sport betrachtet wird, ist es bedauerlich zu sehen, dass man in Deutschland Schach und Sport versucht zu trennen. Es ist nicht nur skandalös, sondern wird das deutsche Schach als Leistungssport töten“, so die Worte von Bundestrainer und Schachgroßmeister Daniel .Rogozenco zur jüngsten Entscheidung des Bundesministeriums des Inneren, alle Fördergelder für Schach zu streichen, weil angeblich Schach „kein förderungswürdiger Sport“ wäre.
Die Meisterschaft findet vom 18.10.2014 bis zum 29.10.2014 in der Hafenstadt Batumi statt. In 9 Runden Turnierschach nach Schweizer System mit je 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten im Fischermodus, also pro Zug noch plus 30 Sekunden von Beginn an, werden alle Titelträger in 6 Altersklassen getrennt nach Jungen und Mädchen ermittelt.
Die „Sofia-Regel“ wird streng gehandhabt. Kein Remis vor dem 41. Zug ist erlaubt, so dass vor allem gegen Ende des Turniers vorzeitige taktische „Spielereien“ quasi ausgeschlossen werden. Ebenso gilt „Null-Karenzzeit“, d.h. wer wenige Sekunden nach dem Start der Runde durch den Hauptschiedsrichter am Brett erscheint, hat diese automatisch verloren.
„Und wenn wie im letzten Jahr bei der EM in Montenegro keine Zuschauer, Betreuer oder sonstige Personen im Spielsaal erlaubt sind, können wir wieder ein sehr faires und tolles Turnier erwarten, denn Schach spielen und sowohl psychische als auch physische Höchstleistungen bringen können die Kids allesamt am besten alleine“, so Wiemann.

Von ihrem großen Bruder Daniel hat sie das königliche Spiel gelernt. Und beflügelt von den großen Erfolgen seiner kleinen Schwester Vanessa, auf die er besonders stolz ist, sammelt auch Daniel weiter fleißig Trophäen wie hier beim internationalen ELO-Turnier in Frankreich.


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