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BSB   Kommentar zum BSB-Kongress: … der BSB immer noch im alten Fahrwasser
25.07.2016 von Thomas Strobl

Liebe Schachfreunde,

wie sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, wurde ich vor zwei Wochen auf dem BSB-Kongress in Neukeferloh als Vizepräsident des BSB abgewählt. Das war eine inszenierte Intrige Münchner und oberbayerische Seilschaften und deshalb habe ich mich auch von meinem Amt als bayerischer Ausbildungsreferent zurückgezogen. Wie das im BSB noch immer läuft, möchte ich im Folgenden näher erläutern.

Dass Intrigen gegen mich laufen, war mir im Vorfeld bekannt. Hervorgetan haben sich dabei im Wesentlichen zwei Personen, ein altes oberbayerisches Ehrenmitglied des BSB und -wie schon öfter- die langjährige Münchner Bezirksvorsitzende.

Das oberbayerische Ehrenmitglied lebt immer noch mit der antiquierten Vorstellung von Schach als reinem Amateursport (zumindest auf bayerischer Ebene). Aus seiner Sicht ist es eine Ehre, an bayerischen Meisterschaften teilzunehmen, obwohl diese Turniere längst ihre frühere Attraktivität verloren haben und mit den offenen Turnieren nicht mehr konkurrieren können. 2011 hat er beantragt, die Preisgelder bei bayerischen Meisterschaften gänzlich abzuschaffen. Damit ist er aber schlichtweg gescheitert. Als er sich dagegen gewandt hat, dass der Problemschachreferent für ein kleines, von ihm herausgegebenes Büchlein auf der bayerischen Homepage werben darf, bin ich dem energisch entgegen getreten. Das hat er mir sehr übel genommen und ich hatte einen „neuen Freund“ gewonnen.

Die Münchner Bezirksvorsitzende hat viel Talent, ihren Klüngel gegen missliebige Personen einzusetzen. Wie habe ich es geschafft diese Frau gegen mich aufzubringen? Ich hatte mit einem Münchner Präsidiumsmitglied, dem Schachfreund Alt, auf deutscher Ebene eine Auseinandersetzung (er hatte Unwahrheiten über mich verbreitet), die inzwischen längst bereinigt ist. So bin ich ins Visier der Münchner Bezirksvorsitzenden geraten, … „neue Freundin“. Allerdings ist das nicht das erste Mal, dass sie es auf mittelfränkische Funktionäre abgesehen hat. Da war sie auch schon 2010 und 2011 dabei.

Bei den alten Seilschaften des BSB spielen Leistung, Eignung und Befähigung keine allzu große Rolle. Nach entsprechender Vorarbeit der beiden genannten Personen hat sich die Versammlung für den oberfränkischen Bezirksvorsitzenden Ingo Thorn als Vizepräsidenten entschieden. Dieser steht für einen Schritt zurück in die Vergangenheit, die Förderung des reinen Amateursports und wird künftig wohl als Marionette seiner Münchner und oberbayerischen Förderer funktionieren.

Mit besonderen Leistungen für den BSB ist der neue Vizepräsident bislang nicht hervorgetreten. Als langjähriger 2. Schatzmeister des BSB hatte er lediglich nachrangige Aufgaben zu erledigen und war der Laufbursche des 1. Schatzmeisters. Sein Versuch, Bundesspielleiter zu werden, ging gründlich daneben. Bei der Wahl (BSB-Kongress in Ingolstadt) hat er es ohne Gegenkandidaten nicht geschafft, die Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinigen.

In seinem eigenen Bezirk ist er alles andere als unumstritten. Vor zwei Jahren wurde er mit Mühe und Not bei der oberfränkischen Bezirksversammlung wiedergewählt. In diesem Jahr schaffte er immerhin 75 %. Zufriedenheit der Mitgliedsvereine mit seiner Arbeit sieht anders aus!

2013 hat er sich unter seltsamen Umständen den Titel des FIDE-Schiedsrichters besorgt. Dazu muss man bei drei Turnieren als Schiedsrichter mitgewirkt haben. Zwei davon waren oberfränkische Bezirkseinzelmeisterschaften. Als dritte Norm dienten erfundene Schiedsrichtereinsätze in der Saison 2009/10 in der bayerischen Oberliga. In der Einsatzliste der Schiedsrichter in dieser Saison taucht kein einziges Mal der Name Ingo Thorn auf. Er hat die Mitglieder der Schiedsrichterkommission des DSB über seine „Schiedsrichtereinsätze“ getäuscht. Diese haben ihn im Vertrauen auf seine Redlichkeit zum FIDE-Schiedsrichter vorgeschlagen. Von Betroffenen, die ihn als Schiedsrichter erleben mussten, erhält man zudem oft negative Urteile über seine Fähigkeiten und sein Auftreten als Schiedsrichter.

Über solch herausragende Qualifikationen verfüge ich leider nicht. Stattdessen habe ich in den letzten beinahe sechs Jahren unauffällig, aber erfolgreich das Ausbildungsreferat auf bayerischer Ebene geführt, zwei B-Trainerlehrgänge sowie zahlreiche C-Trainerlehrgänge organisiert und das Ausbildungsverfahren modernisiert.

Für einen Verband wie den BSB, der führungslos in die Zukunft taumelt, in dem (zu) alte Seilschaften die Entscheidungen maßgeblich beeinflussen und der Engagement nicht anerkennt, will und werde ich -bis auf Weiteres- nicht mehr tätig sein.


Thomas Strobl

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