Schachturniere
Pressemitteilungen - Neckar-Open
06.04.2012 - 10:23

Andrei Istratescu gewinnt das 16. Int. Neckar-Open


Andrei Istratescu heißt der Sieger des 16. Int. Neckar-Opens. Der Franzose erreichte genau wie Konstantine Shanava 7,5 Punkte, gewann aber das größte Schachturnier Deutschlands dank der besseren Bucholzwertung. Auf dem dritten Platz landete Etienne Bacrot. Der Franzose kam wie weitere zwölf Spieler auf sieben Punkte, wies aber die beste Zweitwertung unter diesen aus.

In der letzten Runde genügte Istratescu ein schnelles Remis gegen Konstantine Shanava, um dank der besseren Bucholzwertung den 1. Platz zu erreichen. Dass die beiden in den Genuß eines schnellen Remis kommen konnten, verdanken sie ihrer guten Leistung in der 8. Runde. Shanava besiegte Etienne Bacrot, nachdem der Franzose auf eine Neuerung seines Gegners fehlerhaft reagierte. Andrei Istratescu dagegen glänzte durch gute Technik. Er besiegte mit Schwarz Milos Perunovic. Der Serbe hatte in der Eröffnung einen Bauern geopfert, in der Hoffnung, dass sein Läuferpaar genügend Kompensation bietet. Istratescu bewies ihm das Gegenteil und verwertete den materiellen Vorteil im Endspiel.

Als bester Deutscher landete Klaus Bischoff auf dem 9. Platz. Der 51-jährige Frankfurter spielte ein starkes Turnier und verlor keine Partie. Am Ende hatte er genau wie Arkadij Naiditsch sieben Punkte auf dem Konto. Die deutsche Nr. 1 kam wegen schlechterer Bucholzwertung auf auf dem 12. Platz ins Ziel.

Der Damenpreis geht an Eva Moser. Die österreichische Großmeisterin erspielte 6,5 Punkte und verwies Filiz Osmanodja (6) und Monika Seps (5,5) auf die Plätze. Melanie Ohme konnte im Rennen um den Damenpreis nicht eingreifen. Die deutsche Nationalspielerin spielte unter Erwartung und erreichte fünf Punkte.

Auf den Seniorenpreis hat Ivan Farago ein Abo. Der ungarische Großmeister stand schon vor der letzten Runde als Sieger dieser Kategorie fest und verteidigte seinen "Titel". Am Ende hatte Farago 6,5 Punkte auf dem Konto, einen mehr als der Zweitplatzierte Jaap Vogel aus den Niederlanden.

Der Jugendpreis geht an Andreas Strunski, der 6,5 Punkte erreichte. Der Stuttgarter profitierte davon, dass Richard Rapport - eigentlich der beste in dieser Kategorie - mit sieben Punkten einen der Hauptpreise gewann.

Das 16. Int. Neckar-Open war ein voller Erfolg. Trotz harter Konkurrenz über Ostern durften sich die Organisatoren über eine weitere Steigerung der Teilnehmerzahl freuen. 764 SpielerInnen ist eine Marke, auf die man in Deizisau stolz sein darf. Das Turnier ist im In- und Ausland sehr beliebt, wie die hohen Teilnehmerzahlen aus den angrenzenden Ländern zeigen. Besonders viele SpielerInnen kamen aus den Niederlanden und der Schweiz.

Spannung vor dem letzten Tag


Am Ostersonntag wurde beim 16. Int. Neckar-Open auf der Bühne der Gemeindehalle in Deizisau hochklassiges Schach geboten. Sowohl in der 6. als auch in der 7. Runde gab es ausgekämpfte Duelle, hochklassige Technik und taktische Meisterleistungen zu bestaunen. Arkadij Naiditsch musste in der 6. Runde eine Niederlage gegen Richard Rapport hinnehmen. Die deutsche Nr. 1 war für einen Moment unkonzentriert und ließ ein Endspiel zu, in dem er einen Bauern ersatzlos verlor. Der 16-jährige Großmeister aus Ungarn wusste seinen Vorteil gekonnt zu nutzen. Zu einem innerdeutschen Duell kam es zwischen David Baramidze und Dennis Wagner. Der "Kronprinz" Wagner (Jg. 1997) hielt lange Zeit sehr gut mit, nachdem er in der Eröffnung einen Bauern für aktives Spiel gab. Baramidze gab diesen aber wieder zurück, um seine Figuren zu aktivieren und den gegnerischen König einzuschnüren. Am Ende setzte sich sein d-Bauer tödlich in Bewegung.

Kampfschach pur wurde auch in der 7. Runde geboten. Am Spitzenbrett duellierten sich die Führenden Milos Perunovic und Konstantine Shanava. Statt sich ein ruhiges Remis und damit eine Pause von den Strapazen der täglichen Doppelrunden zu gönnen, gingen sie wild aufeinander los. Schwarz verzichtete lange auf die Rochade und griff am Damenflügel an. In zugespitzter Lage und anbahnender Zeitnot leitete Perunovic in ein ausgeglichenes Endspiel über und sicherte das Remis. Beeindruckende Technik zeigte Etienne Bacrot in seiner Partie gegen Richard Rapport. Der Franzose tauschte mit Hergabe eines Bauern den aktiven Turm seines Gegners, um in ein reines Läuferendspiel überzuleiten, in dem ein Mehrbauer zum Sieg ausreichen sollte. Die Konsequenzen waren für die Beobachter kaum einsehbar, aber die Nr. 32 der Weltrangliste hatte alles genau berechnet.

Von den deutschen Spielern macht weiter Klaus Bischoff von sich Reden. Der 51-jährige Frankfurter liegt nach seinem Remis gegen Viktor Erdos bei 5,5 Punkten. Genauso viele Zähler weisen Arkadij Naiditsch, Jens-Uwe Maiwald, Andreas Heimann und Benno Jaeschke, der das Turnier seines Lebens zu spielen scheint, auf.

Am Ostermontag stehen zwei weitere Runden auf dem Programm. Gespielt wird vormittags um 9:00 und nachmittags um 14:30. Vor der 8. Runde liegen sieben Spieler mit sechs Punkten an der Spitze, womit Spannung garantiert ist.

Die Paarungen an den Spitzenbrettern lauten:

GM Konstantine Shanava-GM Etienne Bacrot
GM Milos Perunovic-GM Andrei Istratescu
GM Martin Petr-GM Yuri Solodovnichenko
GM Vladimir Baklan-GM Danilo Milanovic
GM Vadim Shishkin-GM Arkadij Naiditsch

Elf Spieler an der Spitze


Beim 16. Int. Neckar-Open steigt langsam aber sicher die Spannung. Auf der Bühne der Gemeindehalle Deizisau kommt es nun zu den heißersehnten Begegnungen zwischen den Titelträgern. In der 5. Runde ließen alle bis dahin Führenden Federn, so dass ein großer Pulk gleichziehen konnten. Elf Spieler liegen nun bei 4,5 Punkten. Einer von ihnen ist Arkadij Naiditsch, der seine Partie gegen Svetlin Mladenov siegreich gestaltete. Damit hat sich die deutsche Nr. 1 endgültig vom Ausrutscher in der 2. Runde erholt und spielt wieder um den Turniersieg mit. Ein weiterer deutscher Spieler, der mit vier Punkten gut im Rennen liegt, ist David Baramidze. Der 23-jährige musste allerdings in seiner Partie gegen Christophe Philippe eine Schrecksekunde überstehen, nachdem ihm die Eröffnung völlig mißlang.

Ein Nachspieltipp ist die Partie zwischen Klaus Bischoff und Richard Rapport aus der 5. Runde. Der 16-jährige Ungar foppte seinen Kontrahenten in einer Königsindischen Partie, indem er ihm durch Zugumstellung mehrere Tempi abnahm. Der 51-jährige Frankfurter zahlte es ihm aber mit gleicher Münze heim. Anstatt sich dem drohenden Angriff hinzugeben, sicherte er seinem König durch kreatives Manövrieren ein sicheres Plätzchen im Zentrum. Im Anschluss erläuterte Bischoff in seinem unnachahmlichen Stil in unserer Radiosendung das Geschehen auf den Brettern. Die Radio-Liveübertragungen können auch nachträglich auf dem Liveportal heruntergeladen werden. Noch besser...sie schalten täglich um 12.30 und 18.30 ein.

Die "Kronprinzen" - die besten Nachwuchsspieler in Deutschland - machen in Deizisau von sich Reden. Sowohl Matthias Blübaum als auch Dennis Wagner, beide Jahrgang 1997, liegen mit vier Punkten gut im Rennen. Blübaum gelang am zweiten Tag das Kunststück, gleich gegen zwei Großmeister zu remisieren.

In der 6. Runde des 16. Int. Neckar-Opens, Beginn am Ostersonntag um 9:00, stehen spannende Begegnungen auf dem Programm:
GM Richard Rapport - GM Arkadij Naiditsch
GM Etienne Bacrot - GM Klaus Bischoff
GM Martin Petr - GM Andrei Istratescu
GM Romain Edouard - GM Danilo Milanovic
GM Konstantine Shanava - IM Benjamin Bok

Etienne Bacrot beim 16. Int. Neckar-Open in Front


21 Spieler weisen nach dem zweiten Tag beim 16. Int. Neckar-Open mit drei Zählern die volle Punktzahl auf. Unter ihnen befindet sich mit Etienne Bacrot einer der Top Favoriten auf den Gesamtsieg. Nachdem Arkadij Naiditsch in der 2. Runde gegen den Lokalmatador Syang Zhou nicht über ein Remis hinauskam, übernahm der Franzose dessen Pole-Position am Spitzenbrett. Bacrot bekam es in der 3. Runde mit der deutschen Nachwuchshoffnung Dennis Wagner zu tun und wehrte den jugendlichen Ansturm souverän ab. Damit zeigt sich die Nr. 32 der Weltrangliste bislang in besserer Verfassung als im Vorjahr, als er nach enttäuschender Leistung noch nicht mal in die Preisränge kam.

Bei den Damen wird Eva Moser ihrer Favoritenrolle bislang gerecht. Als einzige Frau im Feld liegt die Österreicherin bei drei Punkten. Die deutsche Nationalspielerin Melanie Ohme und einer Reihe weiterer Titelträgerinnen folgen mit zwei Punkten.

Beim Int. Neckar-Open werden neun Runden Schweizer System gespielt. Vormittags geht es um 9:00 los, bevor um 15:00 - außer 9. Runde um 14:30 - die Nachmittagsrunde stattfindet. Die Partien an den ersten 16 Brettern werden live ins Internet übertragen.

Die Paarungen der 4. Runde an den Spitzenbrettern lauten:

GM Etienne Bacrot - IM Andreas Heimann
IM Oliver Kurmann - GM Andrei Istratescu
GM Romain Edouard - IM Petr Neumann
IM Hannes Rau - GM Tornike Sanikidze
GM Richard Rapport - IM Frank Zeller

16. Int. Neckar-Open startet mit Teilnahmerekord

Das Int. Neckar-Open ist und bleibt das beliebteste offene Schachturnier in Deutschland. Die Teilnehmerzahl stieg auch bei der 16. Auflage, die vom 5. bis 9. April stattfindet. 764 SpielerInnen finden sich über Ostern in Deizisau ein, um dem königlichen Spiel zu frönen. Im A-Open konnten 388, im B-Open 302 und im C-Open immerhin 74 TeilnehmerInnen begrüßt werden.

Die Veranstaltung ist auch in der Spitze so gut besetzt wie noch nie. Im A-Open kämpfen 95 TitelträgerInnen - darunter 21 Groß- und 24 Internationale Meister - um den größten Batzen des Gesamtpreisfonds von 15.000 Euro. Die Top Ten der Setzliste hat einen Elo-Schnitt von 2635 Punkten - ebenfalls neuer Rekord. Die Favoriten auf den Turniersieg lauten Arkadij Naiditsch und Etienne Bacrot. Die deutsche Nr. 1 möchte seinen Titel vom Vorjahr verteidigen, als er mit herausragenden 8,5 aus 9 das Feld dominierte. Die französische Nr. 1 hat dagegen einiges gut zu machen, denn 2011 landete Bacrot völlig enttäuschend auf dem 39. Rang.

Eva Moser ist die Favoritin auf den 1. Damenpreis. Die Großmeisterin aus Österreich startet mit der höchsten Elo-Zahl (2460) ihrer Karriere in Deizisau. Ihre härteste Konkurrentin ist Melanie Ohme. Die deutsche Nationalspielerin liegt aktuell bei einer Elo-Zahl von 2387.

Beim Int. Neckar-Open werden neun Runden nach Schweizer System gespielt. Morgens geht es um 9:00 los, bevor um 15:00 - außer 9. Runde um 14:30 - die Nachmittagsrunde stattfindet. Die Partien an den ersten 16 Brettern werden live ins Internet übertragen.

Deutschlands größtes Schachturnier - Vorbericht


Vom 5. bis 9. April findet das 16. Int. Neckar-Open in Deizisau statt. Traditionell ist die Veranstaltung über Ostern der Magnet der hiesigen Schachszene. Über 700 Teilnehmer verteilen sich nach Spielstärke in einem A-, B- und C-Open. Damit ist das Int. Neckar-Open das größte offene Schachturnier in Deutschland und mit einem Gesamtpreisfond von 15.000 Euro sehr gut dotiert. Die Veranstaltung ist sowohl in der Breite als auch in der Spitze hervorragend besetzt. Im A-Open sind fast 100 Titelträger angemeldet, unter ihnen 21 Großmeister. Die diesjährige Auflage verspricht die stärkte jemals zu werden. Die Top Ten weisen im Schnitt eine Elozahl von 2629 auf. Unter ihnen befindet sich Arkadij Naiditsch. Die deutsche Nr. 1 tritt an, um seinen Titel vom Vorjahr zu verteidigen, als er mit sagenhaften 8,5 aus 9 das Feld dominierte. Die Rangliste führt Etienne Bacrot an. Der Franzose ist mit einer Elozahl von 2706 die Nr. 32 der Welt.

Das Turnier startet am Gründonnerstag um 18.30 und endet am Ostermontag mit der 9. Runde. Die Partien an den Spitzenbrettern werden live ins Internet übertragen. Auf der offiziellen Website informiert der Veranstalter mit Berichten, Fotos und Videos zeitnah über das Spielgeschehen. Als Schmankerl wird es wie 2011 zu jeder Zeitnotphase eine Radio-Liveübertragung geben. Die Anmeldung für das Turnier ist bis zum 5. April um 17.00 möglich, so dass auch Kurzentschlossene herzlich willkommen sind.


Weitere Informationen:
Offizielle Website: http://www.neckar-open.de/index.php/de/
Liveübertragung: http://deizisau2012.liveschach.net/


Georgios Souleidis (Presseteam 16. Int. Neckar-Open)


Klaus Steffan


gedruckt am 15.10.2019 - 13:06
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