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Closing Gambit: Doku über Schach-WM 1978 feiert Deutschland-Premiere in Hof
13.04.2019 - 11:55

18. Juli 1978, Baguio City auf den Philippinen: Anatoli Karpov und Viktor Kortschnoi treten zum Duell um die Schach-Weltmeisterschaft an. Es wird einer längsten WM-Kämpfe der Geschichte – und einer, bei dem auch die Politik abseits des Schachbretts eine große Rolle spielt. Am 17. Oktober 1978 setzt sich der Titelverteidiger Karpov nach 32 Partien mit 6:5 Siegen durch.

Das Central-Kino in Hof und der Schachbezirk Oberfranken präsentieren den Dokumentarfilm über die Schach-WM 1978: „Closing Gambit“ feiert in der englischen Originalfassung Deutschland-Premiere in Hof. Am 1. Mai um 19 Uhr öffnet sich der Vorhang im „Central“. Special Guest an diesem Abend ist der bekannte Großmeister Vlastimil Hort, der auch im Film zu Wort kommt. Er wird anschließend in einer Gesprächsrunde Rede und Antwort stehen und sicher manche Anekdote in seiner unnachahmlichen Art zum Besten geben. Anschließend besteht auch für das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen, und Hort erfüllt Autogramm- und Fotowünsche. Den Besuch des Großmeisters ermöglicht die Selber Firma Kirschneck-Folien als großzügiger Sponsor.
„Closing Gambit“ entstand 40 Jahre nach dem legendären Duell um die Schachkrone unter der Regie von Alan Byron. Der Vorteil des Briten: Er ist selbst Schachspieler und kennt alle Feinheiten des Denksports. Der Film bietet daher eine realistische Erinnerung an die Ereignisse auf den Philippinen im Jahr 1978 und deren politische Brisanz. Kortschnoi hatte sich 1976 aus der UdSSR abgesetzt, Karpow hingegen galt als linientreuer Sowjetbürger. Deshalb verfolgte der Kreml die Partien am Schachbrett äußerst genau. Gespielt wurde denn auch mit einigen Psychotricks. So protestierte Kortschnoi gegen ein Joghurt, das Karpov während einer Partie essen wollte; schließlich hätte die Farbe des Joghurts dem Weltmeister – davon war Kortschnoi überzeugt - eine geheime Botschaft vermitteln können.
Alan Byron hat für die 80-minütige Dokumentation Zeitzeugen und Beobachter befragt, auch Anatoli Karpov selbst liefert im Rückblick eine Einschätzung. Weitere Besonderheit der Deutschland-Premiere in Hof: Der Regisseur wird zu Beginn des Films in einer Videobotschaft zu den Gästen sprechen.



Klaus Steffan


gedruckt am 20.06.2019 - 18:53
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